Aktivitäten

Jakutsk 2017 - Update

05.03.2017

Warmer und herzlicher Empfang bei -27°C

Schülerinnen und Schüler aus Hamburg und Jakutsk erkunden ihre Umwelt in Jakutsk vom 28.02.–10.03.2017

Tag 1 – Warmer und herzlicher Empfang bei -27°C Pünktlich um 12:30 Uhr startet die Maschine am Hamburger Flughafen mit Ziel Moskau. 13 Schülerinnen und Schüler und 3 Lehrkräfte aus insgesamt 4 verschiedenen Hamburger Schulen machen sich auf den Weg nach Jakutsk. Die erste Etappe mit einer Flugzeit von 2,5 Stunden vergeht im wahrsten Sinne des Wortes wie im Fluge. Die Aufenthaltszeit in Moskau reicht nur für die Passkontrolle und eine erneute Sicherheitskontrolle, dann sitzen alle bereits im Flugzeug nach Jakutsk.

Die mangelnde Beinfreiheit und die Flugdauer von 7 Stunden über Nacht, der Sonne entgegen, erfordern Kreativität, um etwas zur Ruhe zu kommen (s. Foto). Nach über 5500 Flugkilometern von Moskau über den Ural, von Europa nach Asien, landen wir dann pünktlich um 07:30 Uhr Ortszeit auf dem schneebedeckten Flughafen von Jakutsk. Die Außentemperatur wird mit -27°C angegeben. Bevor wir auf dem Weg zum Auto einen Eindruck davon bekommen, erleben wir einen warmen und herzlichen Empfang der Gastfamilien.

Schulleiterin Valentina  und die Deutschlehrerinnen Isolda und Svetlana begrüßen uns auf Russisch, Jakutisch und Deutsch, in traditioneller jakutischer Kleidung und mit typisch jakutischen Ritualen. Bevor wir die sibirische Kälte zu spüren bekommen, ist das erste Eis schon gebrochen.

Der heutige erste Tag liegt in der Verantwortung der Gastfamilien. Einige nutzen den Tag nach einer kurzen Ruhephase bereits für eine erste Erkundungstour durch die Stadt, vorbei an Eisskulpturen und gefrorenem Fisch.

Im Sacha-Gymnasium werden derweil Preisträger von regionalen Wettbewerben geehrt. Morgen, Donnerstag, folgt dann die offizielle Begrüßung in der Schule. Das bereits verteilte Programm des Aufenthalts verspricht eine abwechslungsreiche und aufregende Zeit in der kältesten Stadt der Welt. Fortsetzung folgt...

Mathias Burghardt

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Jakutsk - Tag 2 und 3: Handys im Unterricht und Mammuts im Permafrost

 

Das Sacha-Gymnasium heißt eigentlich Sacha-Deutsches Gymnasium. Sacha ist gleichbedeutend mit Jakutien. Deutsch kann an der Schule ab der 2. Klasse alternativ zu Englisch als 2. Fremdsprache gelernt werden. Bis zur 4. Klasse ist die Unterrichtssprache Jakutisch, dann Russisch. Jakutisch wird dann als Unterrichtsfach erteilt.

Am zweiten und dritten Tag nehmen unsere Schüler am regulären Fachunterricht teil. So stehen neben Deutsch, Englisch und Russisch auch Jakutisch, Mathematik, Biologie und Sozialkunde auf dem Stundenplan. Auch wenn die Unterrichtsinhalte vielen aus sprachlichen Gründen verborgen bleiben, gibt es doch interessante Vergleiche zum Unterricht an Hamburger Schulen. So ruft es große Verwunderung hervor, dass viele Schülerinnen und Schüler im Unterricht ihr Handy für Spiele und Nachrichten verwenden, ohne dass die Lehrer einschreiten. Sehr umfangreiche Hausaufgaben scheinen die mangelnde Aufmerksamkeit in den Unterrichtsstunden wieder zu kompensieren.

Am Donnerstag geht es nach dem Unterricht mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Mammut-Museum Jakutsk. Zur Einstimmung soll die Gruppe auf dem Schulhof ein Mammut nachstellen. Das Ergebnis ist nur knapp befriedigend. Die Mammuts sind vor ungefähr 10.000 Jahren ausgestorben, der Permafrostboden in Jakutien hat die wuchtigen Tiere aber so gut konserviert, dass rund um Jakutsk Mammut-Knochen bis hin zu ganzen Tierköpern ausgegraben werden. Viele Exponate können im Mammut-Museum bestaunt werden, darunter auch ein 10 kg schwerer Backenzahn eines ausgewachsenen Mammuts.

Nach dem Museum nutzen einige Schüler die freie Zeit für einen Stadtspaziergang oder besuchen die Eisstadt im Hafen von Jakutsk. Der „Jakutsker Dom“ bietet eine große Eisrutsche und viele kunstvoll geformte Eis- und Schneefiguren. Ihnen machen die Temperaturen um -28°C nichts aus.

Am Freitagnachmittag werden alle Austauschpartner und weitere Schülerinnen und Schüler vom Sacha-Gymnasium zu einer Freundschaftsfeier eingeladen. Interaktive Spiele im gesamten Schulgebäude und eine anschließende Disko lassen das Eis brechen und die Hamburger Teilnehmer nehmen mit großer Begeisterung an allen Aktivitäten teil, trotz sprachlicher Hürden.

Am bevorstehenden Wochenende geht es raus zu einer Übernachtung in der Taiga am Ufer der Lena. Auf Handynetz und elektrischen Strom muss verzichtet werden. Dafür gibt es Natur pur mit Schnee und Temperaturen unter -30°C. Dazu mehr im nächsten Bericht.

Mathias Burghardt

 

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Jakutsk Tag 4 und 5 - Heiße Nächte in der eiskalten Taiga

Das gemeinsame Erleben der jakutischen Natur steht für das Wochenende auf dem Programm. Die deutschen und russischen Schülerinnen und Schüler fahren mit einem typisch russischen Schulbus, zwei Väter vom Sacha-Gymnasium fahren mit ihren Privatwagen.

Die Väter gehören zum Rat der Väter, der, ähnlich dem Elternrat an Hamburger Schulen, schulische Aktivitäten mit Rat und Tat unterstützt. Ziel ist ein Camp 70 km entfernt von Jakutsk, in der Nähe der Ortschaft Namzy, am Ufer der Lena. Nach zweistündiger Fahrt mit einem kurzen Besuch am Pädagogischen College von Namzy und einem Mittagessen erreichen wir die Lena. Der Fluss ist von einer 1,5 Meter dicken Eisschicht und Schnee bedeckt. Die letzten 14 Kilometer zum Camp fahren wir auf einer Trasse über die Lena, mitten durch ein Landschaft aus Eisschollen und glatten Schneeflächen.

Um die "Erlaubnis" für das Überqueren der Lena zu erhalten, werden am Anfang der Trasse kleine Pfannkuchen als Opfergabe in den Schnee gelegt. Am anderen Ufer endet die Fahrt und der letzte Kilometer wird zu Fuß zurückgelegt. Der Weg führt durch einen verschneiten Winterwald, mit schneebedeckten Kiefern und Birken, die zum Teil durch die Schneelast tief gebeugt dastehen. Ein kleines Rütteln befreit den Baum und lässt den Schnee in einer erfrischenden Staubwolke mit glitzernden Schneekristallen zu Boden fallen, sehr zur Freude der Schüler. Ein Waldspaziergang der besonderen Art.

Im Camp werden uns 4 Häuser und ein Gemeinschaftshaus für die Mahlzeiten zugeteilt. In den rustikalen Holzhütten schlafen bis zu 8 Personen. Geheizt wird mit einem Holzofen, der alle 2 Stunden mit neuem Brennholz versorgt werden muss. Die Toilette befindet sich im Wald, für die Mädchen wird die Toilette extra geheizt. Leben in der sibirischen Taiga, mit kleinen Veränderungen für die Hamburger Gäste.

Nach dem Beziehen der Unterkünfte fahren wir zum einem See mit "Attraktionen zum Mitmachen". Der See befindet sich ebenfalls unter einer bis zu 2 Meter dicken Eisschicht. Die Aktivitäten beginnen mit einem sportlichen Wettkampf unter erschwerten Bedingungen, mit einem Wettlauf im Tiefschnee. Die dicke Kleidung, der tiefe Schnee und die Gesetze der Schwerkraft fordern ihren Tribut, die Anstrengung lässt die Kälte vergessen. Die nächsten 1,5 Stunden werden mit Schlittschuhlaufen, Fahrt auf der Banane hinter einem Schneemobil und einer sibirischen Abfahrt mit dem "Porutscher" verbracht. Besonderes Highlight ist allerdings eine 1,5 Meter tiefe Eismulde, aus der man sich mit eigenen Kräften befreien muss. Ohne Teamarbeit kaum zu schaffen. 

Die Natur in der Taiga und das sibirische Klima stellen die "Attraktionen" zur Verfügung. Nach 2,5 Stunden kommen alle erschöpft aber glücklich in das Camp zurück. Nach dem sehr reichhaltigen Abendessen mit Suppe, Salat, Hauptgericht und Dessert folgen verschiedene Aufgaben, die von den Partnern gemeinsam gemeistert werden müssen. Ein "Feuer der Freundschaft" am oberen Ufer der Lena unter sternenklarem Himmel im tiefverschneiten Wald sorgt für einen emotionalen Abschluss dieses ersten Tages in der jakutischen Taiga. Es ist schön zu beobachten, wie unkompliziert die deutschen und russischen Jugendlichen miteinander umgehen, sich gegenseitig unterstützen und offensichtlich viel Spaß miteinander haben.

Zur Nachtruhe begeben sich alle auf die Holzpritschen in die Hütten. Die Öfen in den vier Hütten werden alle zwei Stunden von Egor, dem Lehrer für Wehrerziehung und Sicherheit, kontrolliert und beheizt, so dass die Temperatur in den Schlafräumen über Nacht auf nahezu konstant +30°C gehalten wird. Mit derart heißen Nächten in der sibirischen Taiga hat keiner von uns gerechnet. Der Sonntagmorgen weckt alle mit Sonne und angenehmen -15 °C. Der bevorstehende Frühling scheint sich etwas früher als üblich anzukündigen. Ein Zeichen des Klimawandels?

Nach einem typisch russischen Frühstück mit Plow erhalten einige Schülerinnen die Möglichkeit, ihre Schießkünste mit einem Luftgewehr zu testen. Andere genießen die Natur auf einem Waldspaziergang. Da wir uns auf heiligem jakutischen Boden befinden, erhalten alle die Möglichkeit, ihre Wünsche an ein „Wunschband“ zu knüpfen. Der typisch jakutische Energietanz um die Feuerstelle beendet dieses unvergessliche Erlebnis in der jakutischen Taiga. Müde aber glücklich kommen alle am Sonntagabend nach Hause.

Mathias Burghardt

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Tag 6 und 7 - Jakutiens Schätze und Bildungseinrichtungen

Nach dem aufregenden Ausflug in Taiga kommen am Montag alle etwas müde, aber ohne Erkältung in die Schule. Es ist ungewöhnlich warm geworden, das Thermometer zeigt nur noch Minustemperaturen im einstelligen Bereich. Die Sonne steht zwar noch recht niedrig am Horizont, hat aber doch schon so viel Kraft, dass es von den Dächern tropft. Ein lang erwartetes Zeichen für den bevorstehenden Frühling.

Nach der Teilnahme am regulären Unterricht besuchen wir am Nachmittag auf Einladung des Ministeriums für internationale Zusammenarbeit die „Schatzkammer“ von Jakutsk. Der Weg dorthin führt durch die Stadt, den Lenin-Prospekt entlang, bis zu einem großen Geschäftshaus. Eine gute Gelegenheit für einige Impressionen aus der ca. 280.000 Einwohner zählenden Stadt Jakutsk.

In der Schatzkammer erhalten wir dann einen Einblick in die Bodenschätze Jakutiens. Neben Schmuckstücken aus Gold, Silber und verschiedenen Gesteinsarten beeindrucken besonders die Diamanten. Der jakutische Anteil an der weltweiten Diamantenförderung liegt bei über 14%. Die Ausstellung ist wie ein Hochsicherheitstrakt bewacht und Fotografieren ist leider verboten.

Der Nachmittag und Abend stehen zur freien Verfügung. Im Rahmen einer Gesprächsrunde tauschen sich die deutschen und russischen Schüler am Dienstagmorgen zum Thema Natur und Umweltschutz aus. Wo findet man bereits gelungene Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Klima, welche Probleme müssen noch gelöst werden? Die Umweltverschmutzung und die Energieproblematik sind für Jakutsk und Hamburg gleichermaßen Themen, die die Jugendlichen bewegen. Man ist sich einig, dass bereits in der Schule ein Problembewusstsein geschaffen werden muss, um zukunftsträchtige Lösungsansätze zu finden, die global wirksam werden. Der Austausch leistet dafür einen wichtigen Beitrag.

Nach der Gesprächsrunde gehen die Schüler in den Unterricht und die Lehrkräfte besuchen das Physikalisch-Technische Institut. In der Abteilung „Methodik und Didaktik der Physik“ erhalten wir einen Einblick in die Ausbildung zukünftiger Physiklehrkräfte. Anders als in Deutschland reicht das Studium für einen Anstellung in der Schule. Es gibt aber einen mehrmonatigen Praxisteil an der Schule. Die Lehrkräfte studieren und unterrichten in  Regel nur ein Fach. Die physikalischen Experimente kommen unter anderem von der Deutschen Firma Phywe. Anfang der 2000er Jahre hat sich der russische Markt für deutsche Lehrmittelfirmen geöffnet und das Interesse der russischen Bildungseinrichtungen an Phywe-Materialen war sehr groß. Durch die Wirtschaftskrise im Zusammenhang mit den Sanktionen ist die Nachfrage aber leider stark zurückgegangen.

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Der 8. März, ein frühlingshaft - winterlicher Feiertag

Der internationale Frauentag zählt nach den Feierlichkeiten zum Neujahr zu einem wichtigen, langersehnten Feiertag, ist er doch gewissermaßen der erste Vorbote des Frühlings in Jakutsk.

An zentralen Punkten der Stadt stehen ab dem Vorabend zu Blumenläden umfunktionierte Kleinbusse, mit Blumengebinden aller Art und Preisklasse, die in den vergangenen Tagen per Flugzeug angeliefert wurden. Das Wetter ist den Frauen wohlgesonnen, Temperaturen um -10°C und strahlender Sonnenschein laden zu Familienausflügen in die für unsere Verhältnisse noch sehr winterlich anmutende Natur ein. So machen auch wir uns auf den Weg an die Lena und zu einem Vergnügungspark mit Eisattraktionen.

Das erste Ziel ist ein Gelände, das das Sacha-Gymnasium vor 1,5 Jahren von der Stadt erhalten hat, um dort Ferienlager durchzuführen. Bis dahin müssen jedoch noch umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Das Gelände liegt an der schmalsten Stelle der sonst bis zu 8 km breiten Lena. An diesem Ort ist schon seit mehreren Jahren die erste Brücke über die Lena geplant. Die Umsetzung des Bauvorhabens verzögert sich jedoch durch die Wirtschaftskrise. Der Spaziergang auf die Lena und der weite Blick über Schnee und Eis mit der gemischten deutsch-russischen Gruppe 10.000 km weg von Hamburg im Fernen Osten Sibiriens weckt ein Gefühl von Frieden und Freiheit im Einklang mit der Natur. Völkerverständigung kann so einfach sein.

Der Blick von dem „Hausberg“ des Camps lässt einen die Weite Jakutiens eindrucksvoll erahnen. Ein zugefrorener See mit Skulpturen und „Fahrgeschäften“ aus Schnee und Eis ist ein beliebtes Ausflugsziel in Jakutien. Für unsere Verhältnisse mutet es schon etwas befremdlich an, dass auf dem Parkplatz davor neben dem Auto die Campingmöbel und der Grill aufgebaut werden. Schließlich haben wir immer noch um die -10°C.

Die Attraktionen und das Picknick im Freien bei strahlendem Sonnenschein begeistern dann aber deutsche und russische Schülerinnen und Schüler gleichermaßen. Auf dem Rückweg hört man von den Hamburger Teilnehmern vermehrt den Wunsch, noch länger in Jakutsk bleiben zu können bzw. im Sommer unbedingt wiederkommen zu wollen. Was gibt es Schöneres im Rahmen eines Schüleraustausches.

Als wir zur Schule zurückkommen, ist der Schulhof vom Schnee geräumt worden. In Erwartung des bevorstehenden Tauwetters Ende März eine Maßnahme, die in den kommenden Tagen in ganz Jakutsk getroffen wird.

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Schamanen und Schüler zwischen zwei Welten

Die jakutische Familie Atlasov hat es sich zur Aufgabe gemacht, Touristen und Gästen Jakutiens die Besonderheiten der jakutischen Kultur und Bräuche zu zeigen. An verschiedenen Orten haben Vasilij und Valentina Atlasov ethnographische Zentren eröffnet, in denen Lebensweise, Rituale und Kunst des jakutischen Volks gezeigt werden.

In dem Zentrum am Rande von Jakutsk werden wir persönlich von Valentina begrüßt. In traditioneller, jakutischer Kleidung zeigt sie uns auf dem Außengelände und in den dem Hauptgebäude aus Holz Gegenstände, Bräuche und Rituale aus der jakutischen Kultur und aus dem Schamanismus. Mit der großen Trommel aus gespannter Tierhaut nimmt der Schamane Kontakt mit den Geistern der Oberen Welt auf. Die Trommel wird dreimal geschlagen und der Klang nimmt unsere Wünsche auf und trägt sie in die Obere Welt.

Die Jakuten sind ein sehr naturverbundenes Turkvolk, das sich im 14. Jahrhundert vom Baikalsee in nördlicher Richtung in die heutige Republik Sacha  mit der Lena im Zentrum aufgemacht hat.  Mit über 3 Millionen Quadratkilometern ist die Republik Sacha das größte Föderationsobjekt der Russischen Föderation und 10 mal so groß wie die Bundesrepublik.  48% der ca. 1 Million Einwohner sind Jakuten, Anfang des 20. Jahrhunderts sind viele Russen nach Jakutien gekommen, das Leben wurde „sowjetisiert“. Seit den 1990er Jahren gewinnen die jakutische Sprache und Bräuche und Rituale wieder an Bedeutung. Es ist ein Leben zwischen Tschoron (jakutisches Trinkgefäß auf 3 Beinen z.B. für Stutenmilch) und Samowar (typ. russ. Teekocher). Eine Feuerzeremonie mit Schamanengesang und guten Wünschen für die Zukunft beendet unseren Ausflug in die jakutische Kultur und ist auch der Abschluss unseres Programms in Jakutsk.

Auf einem „Abend der Freundschaft“, zu dem auch die oberen Klassen des Sacha-Gymnasiums geladen sind, nehmen unsere Schülerinnen und Schüler Abschied von ihren neuen Freunden. Nach der Eröffnung des Abends mit einem kleinen Theaterstück folgen Danksagungen an alle Projektteilnehmer. Unsere Schüler präsentieren das Lied „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani, ein Loblied auf die Teilnehmer, das wir als Lehrkräfte voll unterstützen können. Alle Schülerinnen und Schüler haben diese Herausforderung fernab der Heimat in der kältesten Stadt der Welt mit Bravour gemeistert. Sie haben sprachliche Hürden überwunden, kulturelle Unterschiede ausgehalten, viele neue Erfahrungen gemacht und sogar neue Freunde gefunden. Nach dem offiziellen Teil des Programms wird dann noch ausgiebig  jakutisch-hamburgisch gefeiert. Jugendkultur kennt keine Grenzen.

Am nächsten Tag um 09:10 Uhr Ortszeit hebt die Boing 737-800 von der Startbahn des Flughafens Jakutsk ab. Pünktlich um 10:25 Uhr Ortszeit landen wir in Moskau. Von dort geht es weiter nach Hannover und mit einem ICE nach Hamburg, wo die Eltern ihre etwas müden, aber durchweg glücklichen Kinder in die Arme schließen.

Im Juni kommen einige jakutische Schüler zu einem vierwöchigen Gastschulaufenthalt nach Hamburg, der Gegenbesuch zu diesem Projekt in Hamburg ist für November 2017 geplant. Die Bildungskooperation Hamburg-Jakutsk lebt und wird fortgesetzt. Demnächst auch hier auf der Homepage.

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